Achtung Abzocke – Wie Sie Fake-Shops im Internet erkennen

Bald ist wieder Geschenke-Zeit. Wer träumt nicht davon, die neueste Spielekonsole, das aktuellste iPhone oder die neue Luxushandtasche zu einem unschlagbar günstigen Preis im Internet zu finden? Doch Vorsicht ist geboten! Besonders in der Vorweihnachtszeit locken verstärkt betrügerische Online-Shops – sogenannte Fake-Shops – mit vermeintlich unschlagbaren Angeboten. Wie Sie Fake-Shops frühzeitig erkennen und Ihr Geld retten können, erfahren Sie hier.

Traditionell starten die meisten Online-Shops ihre Weihnachtsaktionen am Black Friday. Ursprünglich aus den USA importiert, bieten nahezu alle großen Online-Shops am Freitag nach Thanksgiving große Rabatte an, um möglichst viele Kunden in ihre Online-Shops zu locken. Teilweise können Kunden Rabatte bis zu 50% erreichen und je nach Produktwert mehrere 100 Euro sparen

Doch was passiert, wenn das neue iPhone oder die aktuellste Playstation-Spielekonsole trotz Bezahlung nicht geliefert wird und niemand auf Ihre Mails oder Anrufe antwort? Dann sind Sie vermutlich Opfer von Betrügern eines sogenannten Fake-Shops geworden.

Schießen wie Pilze aus dem Boden: Fake-Shops in der Vorweihnachtszeit

Im Laufe der letzten Jahre haben die Betrüger aufgerüstet. Fake-Shops lassen sich auf den ersten flüchtigen Blick kaum noch von echten Online-Shops unterscheiden. Und dennoch gibt es ein paar Merkmale, woran sie betrügerische Online-Shops erkennen können.

Nicht immer müssen alle unten genannten Hinweise zutreffen. Natürlich kann ein Online-Shop ein bestimmtes Produkt auch besonders günstig anbieten oder tatsächlich noch verfügbar haben. Hellhörig sollten Sie aber werden, wenn mehrere Eigenschaften auf den unbekannten Shop zutreffen.

Zehn mögliche Hinweise, dass Sie sich in einem Fake-Shop befinden

  1. Sehr günstige Preise: Die Luxushandtasche oder Marken-Uhr kostet online und offline 2000 Euro, aber in Ihrem aufgerufenen Online-Shop liegt der Preis bei nur 1.200 Euro oder sogar noch darunter? Dann Finger weg. Derartig hohe Preisnachlässe sind unseriös und lassen einen Fake-Shop vermuten.
  2. Kurze Lieferzeiten bei ausverkauften Produkten: Das neue MacBook ist überall ausverkauft und die nächste Lieferung kann erst zwei Monate später überall versendet werden? Wenn Online-Shops bei generell nicht oder nur spärlich verfügbarer Ware mit Verfügbarkeit und kurzen Lieferzeiten werben, ist Vorsicht geboten. Die angeblich schnelle Verfügbarkeit heiß begehrter Ware lockte schon so manchen Kunden in die Falle.
  3. Sichere Zahlarten verwenden: Ein Online-Shop bietet nur „Vorauskasse“ oder „Sofort-Überweisung“ an? Dann sollten Sie dort lieber nicht bestellen! Generell gilt die Regel: erst die Ware, dann das Geld. Achten Sie darauf, dass Sie sichere Zahlarten wie „Kauf auf Rechnung“, Kreditkarte oder PayPal auswählen können. Besonders trickreich: manche Online-Shops zeigen die sicheren Zahlarten bis zum Check-Out an. Im Warenkorb müssen Sie aber plötzlich auf Vorauskasse oder Überweisung wechseln.
    Gibt es Zahlungsanbieter wie Klarna oder PayPal-Plus können Sie in der Regel bedenkenlos bestellen, da hier nur gesicherte und verifizierte Accounts geschaltet werden können.
  4. Bekanntheit der Marke: Natürlich kennen alle Online-Händler wie Amazon, Saturn, Conrad etc. Und auch bekannte Marken wie Adidas, Deichmann etc. sind längst im eCommerce angekommen. Doch haben Sie schon mal von „ayrreshop.xyz“ gehört? Wenn nicht, dann sollten Sie dort auch nicht unbedingt bestellen.
  5. Domainname: Es kann vorkommen, dass Betrüger bekannte Domainnamen für ihre Zwecke anpassen. So kann aus einem amazon.de plötzlich www.amazon.de.info werden. Der Name Amazon steht für die Bekanntheit der Marke, aber die Domain kann überall hinleiten. In seltenen Fällen verwenden Betrüger auch Tippfehler-Domains, wie z.B. www.amazom.com. Überprüfen Sie immer auch die richtige URL.
  6. Generell gilt: die Domain-Endung „.de“ ist kein Sicherheitsmerkmal. Sie könnten auch die Domain fake-shop.de verwenden, um ganz auffällig ahnungslose User abzuzocken.
  7. SSL-Verschlüsselung: In der Regel haben heute alle Shops ausnahmslos ein gültiges SSL-Zertifikat. Das erkennen Sie bei der Domain am „https“. In Online-Shops nur mit „http“ sollten Sie auf keinen Fall einkaufen.
  8. Gütesiegel: Nicht alle Gütesiegel im Internet garantieren eine saubere Abwicklung. Mit wenigen Klicks lassen sich auf vielen Webseiten offiziell aussehende Siegel erstellen. Oder Ihr Neffe beherrscht ein wenig Photoshop? Schon können auch Sie Ihr eigenes Gütesiegel entwerfen. Prüfen Sie daher gut nach, welche Gütesiegel es tatsächlich für Webseiten gibt. Zu den bekanntesten gehören u.a. eKomi, Trusted Shops oder s@fer Shopping vom TÜV SÜD.
  9. AGBs und Widerrufsbelehrungen müssen auf jeden Fall vorhanden sein. Ohne die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und eventuelle Widerrufsbelehrungen fehlen Ihnen wichtige juristische Basisverträge, ohne die Sie nie einen Online-Kauf abschließen sollten
  10. „Ladungsfähige“ Adresse – Ein echter Online-Shop hat auch immer eine offizielle Anschrift mit Adresse und Telefonnummer. Online-Shops mit lediglich einem Postfach sollten Sie meiden. Gleichzeitig können Sie die Adresse auch bei Google Maps prüfen. Sieht die angezeigte Adresse, wie der Sitz eines Online-Shops aus? Natürlich muss nicht jeder Shop direkt an der Impressums-Adresse ein Lager oder ähnliches haben. Die hinterlegte Adresse sollte nur nicht auf der grünen Wiese sein. Wichtig ist auch ein Ansprechpartner oder Inhaber. Auch diesen können Sie googlen und erfahren eventuell mehr über seine Unternehmungen in der Vergangenheit.

Fazit: Fake-Shops im Internet

Das bequeme Einkaufen im Internet schützt nicht vor einer gewissen Wachsamkeit beim Online-Shopping. Achten Sie daher auf die möglichen Fallstricke, die Ihnen Online-Shop-Betrüger auslegen.

Generell lässt sich festhalten: Im Internet lassen sich manche Schnäppchen machen – gerade in der Vorweihnachtszeit. Sollte Ihnen ein Online-Shop komisch vorkommen, fragen Sie in Ihrer Familie oder bei Freunden nach. Ist denen der Shop auch nicht bekannt oder sorgt für ein komisches Gefühl im Magen, dann meiden Sie den Shop. Notfalls warten Sie mit der Bestellung oder suchen sich einen vertrauenswürdigeren Online-Shop.

Eine gute und kompakte Übersicht zum Thema Fake-Shops hat auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Auf deren Seite können Sie die sogenannte SOS-Karte (Schutz beim Onlineshopping) herunterladen. Dort erhalten Sie alle hier aufgelisteten Informationen noch einmal praktisch zusammengefasst auf einer Doppelseite zum Ausdrucken.