Förderprogramm „go digital“ um zwei weitere Jahre verlängert

Drei Tage vor der Jahreswende kam die überraschende Nachricht aus Berlin: Die neue Bundesregierung verlängert das seit Sommer 2017 laufende Förderprogramm „go digital“ bis Ende 2024. Mit weiteren 72 Mio. Euro fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Handwerksbetriebe zukünftig noch zielgerichteter und passgenauer bei ihrer Digitalisierung

Die neue Richtlinie verbessert das bewährte Förderprogramm an zahlreichen Stellen. Außerdem werden zwei neue Fördervarianten eingeführt: Das neue Modul „Digitalisierungsstrategie“ fördert die Grundlagen für eine erfolgreiche Digitalisierung. Hierunter fallen die Entwicklung neuer oder die Weiterentwicklung bestehender digitaler Geschäftsmodelle oder -prozesse. Ziel ist es, durch eine umfassende Beratung vorab eine Bedürfnisanalyse, eine Machbarkeitsanalyse und Risikoabschätzung zu den eigenen Digitalisierungsvorhaben zu erhalten.

Mehr Strategie und Kompetenzen

Das neue Modul „Datenkompetenz“ („go-data“) fördert KMU bei der aktiven Beteiligung an der sich entwickelnden Datenökonomie. Im Kern geht es um das Erfassen und Erzeugen von Daten, die Datenidentifizierung sowie die Datenaus- und verwertung, den Einsatz von künstlicher Intelligenz bei der Datenverarbeitung sowie die Berücksichtigung von rechtlichen und sicherheitstechnischen Aspekten im Umgang mit Daten. Ziel des Gesetzgebers ist es, KMU eine aktive Beteiligung an der sich entwickelnden Datenökonomie und Generierung neuer Geschäftsfelder zu ermöglichen. Weitere Module sind „IT-Sicherheit”, „Digitalisierte Geschäftsprozesse”, und „Digitale Markterschließung”.

Komplexe Projekte brauchen Netzwerke

Das KonText-Kontor ist seit Jahren für go digital zertifiziert. Viel Erfahrung in Sachen Digitalisierungsstrategie hat Max Kummrow. Unser Junior-Geschäftsführer und Mitglied im Netzwerk Unternehmen OWL weiß, dass viele Unternehmen digitalisieren wollen, aber oft nicht wissen, wie sie es angehen sollen: „Gut, dass der Strategie jetzt mehr Raum gegeben wird. Dazu zählt das Finden der richtigen Lösung ebenso wie die Suche nach den richtigen Partnern. Beides ist elementar für den Erfolg.“ Gute Berater hätten oft auch gute Netzwerke, die benötigtes Know-how zusammenführen.

Bis zu 16.500 Euro Zuschuss möglich

Gefördert werden unter anderem folgende Maßnahmen:

  • Aufbau und Anlauf von Social-Media-Marketing-Aktivitäten
  • die Einrichtung eines digitalen Auftragsmanagements im Handwerk
  • der Aufbau eines systematischen Datenmanagements im Handel
  • die Einrichtung und Prozessverbesserung für Homeoffice-Arbeitsplätze
  • der Aufbau und die Vertriebsförderung durch Online-Shops
  • die Verbesserung der IT-Sicherheit oder
  • die Umsetzung analoger in digitale Geschäftsprozesse

Bis zu 30 Beratertage à 1.100 Euro werden mit 50 Prozent bezuschusst. Und ein Projekt darf nicht länger als sechs Monate laufen. Firmen können 16.500 Euro Zuschuss alle zwei Jahre abfragen.

Fördergrenzen: 100 MA oder 20 Mio. Euro Umsatz

Förderberechtigt sind alle Unternehmen mit unter 100 Mitarbeitern und einem Vorjahresumsatz von höchstens 20 Mio. Euro. Wichtig ist eine Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland sowie die Förderfähigkeit nach der De-minimis-Verordnung. Im Detail ist es aber noch komplizierter, so sind zum Beispiel reine Beratungsfirmen sowie das Geschäftsfeld Schulung und Training von der Förderung ausgeschlossen.

Berater beantragen Fördermittel

Für die KMU beginnt die Nutzung des Förderprogramms mit der Suche nach dem richtigen Berater. Der übernimmt die Antragstellung für die Fördermittel, die Abrechnung und das Berichtswesen. Die Antragstellung kann ab sofort erfolgen. Sobald der Bundeshaushalt für 2022 verabschiedet ist, können Anträge bewilligt werden. Weitere Informationen zu „go-digital“ finden sich unter www.innovation-beratung-foerderung.de.