20 Jahre KonText

Das KonText-Kontor besteht 20 Jahre. Schon? Erst? Was waren die prägenden Erlebnisse? Wie geht es weiter? Eine Reihe von Fragen drängen sich auf. Die Antworten finden Sie in diesem Interview mit Gründer Joachim Kummrow und seinem designierten Nachfolger Max Kummrow.

20 Jahre KonText – wie fühlt sich das für den Gründer an?

Joachim Kummrow: 20 Jahre? Jetzt schon? Für Agenturen ein biblisches Alter, das die meisten nicht erleben. Macht ein bisschen stolz, denn unser Konzept begeistert immer noch.

Ist es heute noch das gleiche wie vor 20 Jahren?

Joachim Kummrow: Ja und nein. Wir bieten nach wie vor die komplette Leistung einer externen Marketing- und PR-Abteilung aus einer Hand. Nur viel differenzierter als 1999. Und im Fokus stehen heute weit komplexere Themen als vor der Jahrtausendwende.

Was meinst Du mit „differenzierter“?

Joachim Kummrow: Der Begriff Multi-Channel-Marketing beschreibt, dass wir heute mit oft spitzeren Kampagnen viele Kanäle mehr bespielen müssen. Nicht nur die Tageszeitung und das schwarze Brett, sondern auch den Blog in der Homepage, den eigenen Newsletter, die Facebook-Seite oder den Instagram-Account.

Was hat sich noch verändert?

Joachim Kummrow: Die Welt der Werbung befindet sich seit Jahren in einem tiefen Umbruch – von Medien, die die Massen noch erreichten zu einer hoch individualisierten Kommunikation mit zersplitterten Empfängergruppen. Wird von neuen Technologien unterstützt, muss aber auch ganz anders gedacht und entwickelt werden.

Was sind aktuell die großen Herausforderungen?

Max Kummrow: Mittelfristiges Ziel jeder nachhaltigen Zuarbeit ist es, unsere Klienten technologisch und konzeptionell fit zu machen für eine volldigitalisierte und weitgehend automatisierte Kommunikation mit ihren unterschiedlich tickenden Zielgruppen. Kurzfristig sind wir gefragt, die jeweils effizientesten Werkzeuge für eine Aufgabe auszuwählen. Wir müssen alles Neue prüfen, bevor wir es guten Gewissens empfehlen können. Nur ein bis zwei von zehn Tools setzen sich im Markt durch. Zu früh zu sein, kostet Geld. Zu spät zu sein, auch. Und im Zweifel die Position im Wettbewerb.

Joachim Kummrow: Und die Veränderungen in der Denke der Menschen kommen hinzu. Von einer Generation zur nächsten haben sich viele Werte verschoben. Und andere Themen haben an Gewicht gewonnen. Wir Marketingler müssen die Fließrichtungen der psychologischen Ströme im Blick behalten, um die Zielgruppen unserer Klienten auch künftig richtig ansprechen und bewegen zu können.

Klingt ebenso spannend wie anstrengend. Ist es das auch?

Max Kummrow: Unsere Arbeit an der Schnittstelle zwischen Anbieter/Arbeitgeber und potenziellen Kunden oder Mitarbeitern wird spannend bleiben. Vieles bleibt wahr, anderes muss regelmäßig geprüft und im Zweifel neu definiert werden.

Das 10-Jährige wurde mit einer spanischen Nacht gefeiert, wann steigt das Fest zum 20-Jährigen?

Joachim Kummrow: Der Wunsch, unseren Kunden mit einem Fest danke zu sagen ist nur aufgeschoben. Wir haben einen Umzug und hohe Investments in Personal und Technik hinter uns. Jetzt müssen wir erstmal Gas geben. Dann wird auch wieder Zeit und Geld für eine Party sein.